Vorwort der Redaktion

Liebe Leser

Die 3.Ausgabe des NUGGI hat sich leider ein bisschen verzögert, doch nun hat sie es doch noch geschafft...

Verschiedene Gründe haben uns leider daran gehindert, den Terminplan einzuhalten...

Da wäre erstens einmal der Umstand, dass wir unseren ersten Leserbrief erhalten haben und uns dermassen gefreut haben, dass wir doch glatt die Zeit vergessen haben...

Danach hatten wir das Problem mit Romano, welcher unser halbes Büro in seiner Jackentasche verschwinden liess und uns somit keine Chance mehr gelassen hat, irgend etwas niederzuschreiben. Und natürlich hat sich auch die Abwesenheit von Nils bemerkbar gemacht.

Mit dem zweiten Aktivbummel im Oktober hat alles angefangen. Kurz darauf sind wir voller Elan zum Wagenbau gestartet, was uns wiedereinmal einen „super geilen Wagen“ bescherte. MILLENNIUM, MILLENNIUM hiess es für die NOCHWUCHS WAGGIS an der Fasnacht 2000, welches wir mit Leib und Seele erlebten.

Da Ihr ja alle Bescheid wisst, wie es an einer GV so abgeht, wollen wir auch gar nicht mehr Worte darüber verlieren, ausser dass unsere mal wieder ganz anders war, als bei den andern.......

Viel Spass beim lesen wünscht Euch s‘Redaktionsteam

Schläpfli & Nils

 

Bericht des Präsidenten

Seit dem letzten NUGGI ist schon wieder viel Wasser den Rhein hinunter geflossen und bei uns ist auch einiges los gewesen...

Der Aktivbummel, welchen wir in Zukunft lieber Aktivvelofahrt nennen würden, konnte, nachdem wir alle wieder heil bei Chappis Villa ankamen, gebührend bei einem sehr feinen Spaghettiessen ausdiskutiert werden. Millenium, Millenium, Millenium, nein es ist keine Silvesterparty, sondern un-ser Fasnachtswagen mit unseren Milleniumswaggis unterwegs an der Fasnacht!!! Bestückt mit tonnenweise Wurfmaterial, sowie zwei neuen Konfettikanonen, ging es los in ein neues Abenteuer.

Nach geschlagener Schlacht in Reinach konnten wir in Allschwil doch noch neue Erfahrungen sammeln, sei es beim werfen von Orangen oder auch beim gemütlichen singen in unserem Fas-nachtsstübli. Nach intensiver Kehlentherapie starteten wir am morgen danach Richtung Aesch. Ein wenig Entäuscht, dass dort keine richtige Fasnachtsstimmung herrschte, stellten wir am anderen Tag den Wagen in Reinach schon wieder ein und es hiess " Adiö Frau Fasnacht bis nägscht Joor wieder"...

Auch die Generalversammlung, an welcher es gewichtige Wechsel im Verein gegeben hat, liegt schon wieder einige Zeit zurück. Stefan Gadient und Cedric Chapatte treten als Aktivmitglieder zurück, Bei ihnen möchte ich mich nochmals herzlich für ihren geleisteten Einsatz über all die Jahre hinweg bedanken!!!!

Ersetzt werden diese beiden durch den Ex-NOCHWUCHS WAGGIS Sacha Fuchs und Jerôme Knecht. Andreas Schläpfer betreut neu den Posten des Fanbetreuers, welcher neu auch im Vorstand zu finden ist und unser Gönner Patric Schläpfer übernimmt von Gadafi das Amt des Kassiers und wird auch Vorstandsmitglied. Auf jeden Fall wünsche ich diesen dreien schon jetzt alles Gute....

Unser wichtigster Entschluss an der diesjährigen GV war wohl die Erhöhung des Jahresbeitrags der passiven Mitglieder von Fr. 20.- auf Fr. 30.-, welcher unserem Verein wiederum vielversprechende Perspektiven für die Zukunft geben!!!

Und bald haben wir ja wieder ein Jubiläum.....

So jetzt bin ich am Schluss

Grisu

 

Wagenbau 2000

16.Oktober 1999 bis 3.März 2000

Am 16. Oktober ist’s einmal mehr soweit, der erste Wagenbau steht schon wieder vor der Türe...
Wir treffen uns wie immer um zehn Uhr beim Schorigelände; der eine mit etwas mehr Not und Mühe als der andere. Es muss halt noch der Kater vom Vorabend auskuriert werden...

Doch Zustände wie diese, sollten wir noch des öfteren an solchen Bausamstagen antreffen....
Bald einmal merke auch ich dann, dass es gar nicht so einfach ist als Wagenbauchef, wenn man nicht alles unter Kontrolle hat und man wird so richtig fertig gemacht!!!!

Samstag für Samstag geht’s vorwärts, doch wie jedes Jahr zu Beginn des Bauens wird mehr diskutiert und getrunken als gearbeitet. Als wir dann jedoch endlich unser Sujet haben, kann’s endgültig losgehen!!! Sogar richtiges Werkzeug haben wir uns diesmal geleistet, worauf sich Gada-fi, Misch und Schläpfli gleich der Schleifmaschine anvertrauen. Danach sehen sie jedoch aus wie nach einem Sandsturm!!!! Chappi und ich widmen uns dem neuen Schrank im Stübli, welcher in null komma nichts steht. Als wir dann nach etwa fünf Anläufen (dank Chappi, welcher die Dachpappe nie richtig festmachen kann) endlich mit dem Dach fertig sind, können wir zur kreativen Gestaltung des Wagens über gehen. Nun ist Susi gefordert. Als er uns die Entwürfe und Modelle vorführt, entschliessen wir uns für diese Variante. “Dä Wurm muess uf’s Dach“, haben wir uns gesagt!!! Jetzt fragt sich wohl jeder, welcher Wurm denn??? Der Drache ist natürlich gemeint (hi,hi,hi)...

So gegen Ende des Jahres kann man dann so langsam sehen was es geben könnte. An Weihnachten kommt dann sogar auch Lothar noch vorbei... Als ich dies höre, stürze ich mich sogleich in meinen Trainer um ihn persönlich zu begrüssen. Natürlich hoffe ich, dass Chappi diesmal das Dach auch wirklich korrekt und standfest gebaut hat!!! Doch der Wagen überlebt alles und uns kann nichts mehr umhauen.

Überigens haben wir diesmal endlich auch zwei Räpplikanonen auf dem Wagen, was Stickstoff nach langjähriger Planung nun endlich fertiggebracht hat.

Auch zahlreiche der berüchtigten „After-bau-Stübli-parties“, wo‘s doch immer lustig zu und her geht, haben dieses Jahr wieder stattgefunden... Auf diesem Weg möchte ich mich natürlich auch noch bei den vielen, edlen Spendern bedanken, welche beim „Säule“ immer wieder verlieren und dem Verein auf diesem Weg Geld spenden, welches wiederum sehr sozial investiert wird...

Guess


Fasnacht 2000

2.-8. März 2000

Endlich ist wieder „schmutzige Donnschtig“, Zeit für die Fasnacht und die fängt ja bekanntlich in Dornach an. Für dieses Unterfangen treffen sich die NOCHWUCHS WAGGIS im Havanna Pub in Reinach. Standesgemäss geht’s mit dem riesigen Käch-Taxi zum Masggeball, wo das eine oder andere Waggisherz höher zu schlagen beginnt. Nach einer sehr herzhaften Begrüssung mit der Furzgugge, wo einige „fascht duuregheit“ sind, geht’s ab in die noch nicht sehr volle Halle. Dies ändert sich jedoch schlagartig: als die erste Gugge so richtig loslegt ist das Fest lanciert und „es goht voll ab“!!! Dank unseren neuen Käppli, welche von Natascha in mühevoller Arbeit gefertigt worden sind, kann kein einziger NOCHWUCHS WAGGIS im Überlebenskampf an der Bar verloren gehen. Nach einem gelungenen Fasnachtsstart in der Halle und der traditionellen Pizza im „Jura“ geht’s dann in den frühen Morgenstunden nach hause, um wenigstens noch für einige Stunden das eigene Bett zu spüren.

Am Freitag um zehn Uhr morgens treffen wir uns dann wieder beim Wagen... Mit sehr verschlafenem Gesichtsausdruck werden die letzten Vorbereitungen in Angriff genommen, damit die Wageneinweihung pünktlich beginnen kann!!! Gegen fünf Uhr sind wir dann mit allem fertig und unser Meisterwerk setzt sich das erste Mal seit langem wieder in Bewegung. Zielort ist das Reini-gungscenter Rueff an der Sternenhofstrasse.

Um 19.30 Uhr geht’s dann endlich los mit unserer Wageneinweihung. Dank der von Cello organisierten Heizung gibt’s dieses Jahr auch keine kalten Füsse mehr!!!! Der Aufmarsch unserer Fans ist riesig und bald ist auch schon die Furzgugge angesagt. Anschliessend hält Grisu seine obligate Rede, kann sich dieses Jahr aber erstaunlich kurz halten. Romano lässt sich dadurch jedoch überhaupt nicht verwirren und zieht seinen Kugelschreiberbeutezug kaltblütig bis zum Ende durch. Aus diesem Grund hat sich überigens auch diese Ausgabe des NUGGI verzögert, denn bei den NOCHWUCHS WAGGIS gab’s nirgendwo mehr etwas zu schreiben!!!!!!

Mit einem riesigen Blumenstraus bedankt sich der Präsi bei der scheidenden Wagengotte Monika Buser, welche ihr Amt an Jürgen Grosser übergibt. Wir hoffen nur, dass Jürgen weiss, auf was für einen verantwortungsvollen und schweren Job er sich da eingelassen hat!!!!
Danach furzt die Furzgugge wieder, gefolgt von den Graffittispukker, den Rambasse und zu guter Letzt fetzten noch die Schlössli Schränzer aus Aesch. So gegen 23.30 verschieben wir dann in die Weihermatthalle zum Ry-fa-obe, um die megaeindrückliche Show der Furzgugge und dasasnächtliche Treiben zu geniessen. Irgendwann ist dann aber auch für den letzten
NOCHWUCHS WAGGIS wiedereinmal Feierabend, denn am Samstag geht’s um zehn Uhr schon wieder los....

Gott scheint doch ein Fasnächtler zu sein, denn das Wetter ist grandios!!!! Pünktlich (welch ein Wunder), treffen wir uns wieder beim Wagen. Gleich beginnen wir die Räpplisäcke, Orangen, Mimösli und Dääfeli aufzuladen, so dass gerade noch genug Platz für jeden Waggis vorhanden ist. Natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder ein Fasnachtsportrait (leider heben wir keine Ahnung, wo sich Gadafi während dieser Zeit verkrümelt hat)... Stickstoff kann seine Gefühle so kurz vor dem Cortège nicht mehr verbergen und gönnt seinem Allerwertesten auch einmal ein bisschen frische Luft!!! Gestärkt und mit vollem Magen kehren wir vom Wöögli zu unserem Millenniumswagen zurück, wo uns Stickstoff mit tobender Musik und einem Tänzchen empfängt.
Der Wagen ist bereit, alle warten auf den Startschuss und gönnen sich noch ein letztes „Zämmeha“... Dann ruckt es, Grisu gibt Gummi, es heisst Larve auf und die Fasnacht 2000 kann beginnen.

Susi und Stickstoff weihen mit einem Knall auch sogleich die neuen Räpplikanonen ein. Die Meute staunt unseren Wagen an und von vielen Seiten hört man immer wieder: “Waggis, hesch mer e Dääfeli...“ Vorerst ist für jeden genug da und das ist schön, denn auch Pascal Frei will die Räppli aus der Nähe bestaunen... Susi drückt ihn an die rechte Wagenseite und er geniesst die Räpplidusche von Guess ungemein, was wir anschliessend seinem strahlenden Gesichtsausdruck unschwer entnehmen können. Bald neigt sich unser Material aber dem Ende entgegen und wir stellen unser Millenniumsteil neben den Spaghetti-Corner, wo wir gleich den Knaller „Guru, Guru, Guru“ aus den Boxen dröhnen lassen... Jetzt sollte eigentlich jeder wissen, dass d’NOCHWUCHS WAGGIS hier sind und zum Apéro einladen... Auch die Furzgugge kommt vorbei und ehrt uns mit einem Superständeli. Damit wir für’s Guggenkonzert genug Energie haben, müssen wir uns nun stärken und geniessen das vorzügliche Essen im Wöögli. Da Stickstoff kein Gewürz finden kann, hilft er mit seinem Handschuh der Salatsauce auf die Sprünge. Nun steht der zweite Höhepunkt des Tages kurz bevor. Wir holen unsere Larven, buckeln die Räpplisäcke und warten bis die Furzgugge die Bühne betritt. Da ist sie ja schon, wir stzen die Larve auf, werfen wie wild mit den Räppli und bahnen uns den Weg durch die Menge. Bei der Bühne angelangt geben wir alles beim tanzen. Mit einer abschliessenden Polonaise verabschieden wir uns Richtung Wagen. Da geniessen wir mit den Jamaikanern einen letzten Trunk, bevor wir zur Beizenfasnacht übergehen.

Bereits gegen elf Uhr verabschiedet sich dann Susi für ein kleines Nickerchen im Stübli, welches gleich auf die ganze Nacht ausgedehnt wird... Bis früh morgens kann man das Klingeln unseser Käppli in Reinach hören, wie sie von einer Beiz zur andern wandern...

Trotz durchzechter Nacht und wenig Schlaf stehen dann alle Waggis wieder pünktlich beim Wagen, um das Material für unseren 2. Cortège in Allschwil aufzuladen. Trotz Kopfweh geht dies im Eiltempo vor sich, damit wir unsere lange Fahrt durch’s Gundeli antreten können. In Allschwil angekommen ist Grisu gefordert, welcher unser Ungetüm aber souverän wendet und bereitstellt. Da werden wir auch schon von einer deutschen Gugge staunend begrüsst. Misch setzt sich währenddessen in die Sonne und geniesst den Augenblick.... Als dann die ersten Klänge ertönen lässt Grisu den Motor laufen, die Kanonen sind gestopft und wir sind bereit für den zweiten Streich. Die Menge der Leute ist richtig überwältigend, so dass wir voller Ehrgeiz das Material verstreuen. Einige legen jedoch ein bisschen zu viel Energie an den Tag, wie Guess, welcher mit einer Orange eine wehrlose Dame niederstreckt... Nach der ersten Runde sind wir froh ein Bier geniessen zu können, denn unter der Larve ist die Hitze schon fast unerträglich.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht’s dann aber schon wieder weiter. Als wir dann in dieser Runde sogar die Strassenfeger in ihrem orangen Auto überholen, wissen wir, das Ende des Cortège ist nahe...

Nun ist es Zeit für die Wagenentleerung, bei welcher die Leute richtiggehend ausflippen!!! Traditionell stellen wir unseren Wagen danach wieder neben das Rössli, wo wir uns dann gleich das Abendessen zu Gemüte führen... Mit vollem Magen kehren wir dann in’s Stübli zurück, wo wir auch schon Besuch von unseren Freunden aus Allschwil erhalten. Natürlich stossen wir gerne wieder mit ihnen an und trinken einige Gläser Rosé zusammen...

So starten wir in die Beizenfasnacht... Zum grossen Erstaunen gibt’s sogar eine neue Bar auf dem Weg zum „Chnoche“, wo sogleich ein Zwischenhalt eingelegt wird. Nach einem Bierchen geht’s dann über eine Rutsche ab in „Chnoche“ und anschliessend in diverse Beizen und Bars.... Im Stübli geht’s dann weiter bis die Sonne aufgeht.

Gestärkt mit Gipfeli und Kaffee fahren wir bei strahlendem Sonnenschein zurück nach Reinach und legen einen Halt beim „Rinaco“ ein. Dort angekommen organisieren wir uns gleich Tisch und Stühle... So geniessen wir den Mittag an der Sonne mit einigen Kaffi-Lutz und Sound von unserem fahrenden „Ghettoblaster“... Danach geht’s weiter in’s Pub, wo uns der Chef mit einer Flasche „suure Öpfel“ überrascht... Bis wir nach Aesch weiterziehen können wir unsere Hände jedenfalls nicht mehr von dieser Flasche lassen....

Zu unserem grossen Erstaunen ist unser Standardparkplatz in Aesch schon besetzt und zwar auch durch einen Waggis, aber einen aus Frankreich...

Gemeinsam schieben wir das Auto ein wenig nach vorne und haben somit auch dieses Hindernis überwunden. Da aber im Dorf nicht gerade viel los ist, entschliessen wir uns dafür, unser Fest auf dem Wagen abzuhalten. Da kommt auch schon die Furzgugge vorbei, wir singen gemeinsam das Lied „Zehn nackte Friseusen“ und es geht voll ab!!! Cello outet sich dann auch noch als grösster Gölä-Fan und beeindruckt alle mit seinen auswendig gelernten Liedern.

Morgens um elf Uhr heisst es dann aber schon wieder Abschied nehmen von unserem Millenniums-wagen, denn wir fahren zum Schori um ihn dort einzustellen (sniff!!!). Aber auch diese letzte, traurige Tat bewältigt Grisu bravourös. Anschliessend spazieren wir in’s „Spaghetti-Corner“ um unsere Batterien zu laden. Danach geht’s, mit einem Zwischenstop im Pub, zurück nach Aesch... Dort ziehen wir in’s Festzelt, wo wir unser letztes Fest durchgeben...

Nach viel Tanz und Schweiss verabschiedet sich dann langsam jeder Waggis nach hause in’s kuschelige Bett, wo es wohl diesmal einen etwas längeren Aufenthalt geben wird....

Es war eine superschöne Fasnacht und wir freuen uns schon jetzt, Euch auch nächstes Jahr wieder begrüssen zu dürfen....

E fasnächtliche Gruess

Susi & Schläpfli


2.AKTIVBUMMEL

9.&10. Oktober 1999

Wiedereinmal ist es soweit: die NOCHWUCHS WAGGIS besammeln sich in aller Herrgottsfrühe, um die zweite Ausgabe des Aktivbummels, welcher von Chappi und Gadafi organisiert worden ist, in Angriff zu nehmen. Die Vorfreude ist bei allen sehr gross, denn es soll ja eine angenehmere Angelegenheit als letztes Mal werden, was ja aber eigentlich auch gar nicht unbedingt so schwer sein sollte, wenn wir uns an den letztjährigen Todesbummel erinnern(siehe NUGGI 1)!!! Doch man kennt halt leider nie so die ganze Wahrheit, denn schlussendlich ist es halt jedesmal eine Fahrt in’s Blaue...

Um sieben Uhr ist unser Treffpunkt bei der Villa Chappi in Dornach und zwar mit dem Velo... Nach einem gediegenen Morgenessen und viel Kaffee geht’s dann in Richtung Bahnhof, wo um 8.11 Uhr unser Zug fahren sollte. Die Zeit in der Eisenbahn ist echt gemütlich, schmerzen einige Köpfe doch immer noch heftig...

In Neuenburg ist dann auch schon Endstation und wir steigen auf’s Velo um, was die meisten von uns jedoch nicht so wirklich freudestrahlend zur Kenntnis nehmen.... Auch Stickstoff wird schon bald einmal bewusst, dass seine fabelhafte Idee, an seinem Velo etwas Luft raus- statt reinzulassen doch nicht ganz so das Wahre ist. Unter diesen Umständen verhilft er uns jedoch zu einem sehr eindrücklichen Einblick in seinen ausgeprägten und interessanten Wortschatz...

N ach eineinhalb Stunden Qual, auf oder neben unseren geliebten Zweirädern, sichten wir gegen halb zwölf Uhr endlich die erste Beiz, auf unserer Tour in die Abgeschiedenheit der Schweiz, welche sogleich mit einer bis jetzt noch nicht gesehenen Zielstrebigkeit gestürmt wird!!!

Zwei Stunden dürfen wir dort verweilen, dann werden wir schon wieder genötigt, unsere Stahlesel zu besteigen, um die nächste Herausforderung anzunehmen!!! Die Strapazen spüren wir bereits jetzt schon sehr intensiv, denn ein Velosattel ist halt echt nicht so weich wie ein Happy-Bett...

Die nächste Überraschung folgt dann auch schon kurz darauf, denn auf der geplanten Route taucht plötzlich eine jähzornige Strassensperrung auf, welche unserem OK einiges Kopfgzerbrechen bereitet...

Dummerweise ist leider auch die Karte zu hause geblieben, also muss improvisiert werden... „Back to the nature“ könnte man dieses Unterfangen eigentlich nennen und wir sehnen das Ende dieser Sklaventreiberei herbei!!! Ja, ja, es geht nur rauf und runter, doch in einem sehr schlechten Verhältnis und die Beine die schmerzen halt auch immer mehr.... Eigentlich sollten wir doch hier auf dem Aktivbummel sein und nicht schon wieder im NWB-Über-lebenscamp!!!! Die Parallelen zum letztjährigen Bummel sind mittlerweile nicht mehr zu verleugnen...

Aber dann, obwohl wir es kaum noch zu glauben wagen, entdecken wir doch wieder so etwas wie Zivilisation am Horizont, was uns sogleich dazu bewegt, in diesem Nest (Noiraigue) einen Zwischenhalt einzulegen, welchen wir uns tausendfach verdient haben.... Gegen vier Uhr geht’s dann wieder weiter und endlich wissen wir auch wohin uns unser Weg führen sollte, denn in St. Sulpice, bei Fleurier, wohnt Chappis Vater mit Anna... In Fleurier angekommen gibt es einen weiteren Halt und wir können es eigentlich noch gar nicht glauben schon fast am Ziel zu sein...

Dass dies überhaupt noch nicht der Fall ist beteuert uns Chappi dann auch sehr deutlich, denn bis zu seinem Vater sind es noch zwei Kilometer, eine Strecke welche es noch einmal in sich hat!!!!!!!!
Endlich dort angekommen sind wir ausgepumpt und einige der Waggis nahe am Lungenkollaps..... Nun können wir uns erst einmal von den Strapazen dieser Tortur erholen... Eine heisse Dusche, oder falls es nicht mehr ganz dafür gereicht hat halt auch eine kalte genügt, um neue Lebens-geister zu wecken.... Ausserdem ruft ein gediegenes Nachtessen, welches von Anna fantastisch zubereitet wurde....

Mit viel Ping-pongspielen, endlosem philosophieren und einem elenden Gejammer über den Zustand der einzelnen Rosetten, neigt sich dann der Tag langsam seinem gerechten Ende entgegen....
Am Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr schleicht dann schon wieder der erste Waggis in der Küche herum und um etwas essbares zu finden...

Nach einem gediegenen Breakfast geht’s dann mit riesigem Gestöhne schon wieder zurück nach Fleurier, wo wir den Zug in Richtung Delémont besteigen. Mit behutsamem Zureden und einigen Erpressungsversuchen können wir dann sogar Chappi davon überzeugen, dass wir seine Idee, aus Delémont mit dem Velo nach Reinach zurück zufahren gar nicht so toll finden wie er!!!

Auf jeden Fall einigen wir uns dann auf Laufen, obwohl man ja von dort eigentlich laufen sollte, doch dies ist eine ganz andere Geschichte, denn wir haben ja unsere stählernen Freunde dabei und da wir noch gar nicht in Zwingen sind, ist dies eigentlich auch so ziemlich egal.... In Laufen an-gekommen suchen wir dann als erstes etwas Beissbares, denn mittlerweile sind wir doch schon wieder sehr hungrig... Leider sieht’s hier aber nicht so ganz danach aus, denn jede Beiz ist geschlossen. Also radeln wir weiter, an Zwingen vorbei, bis nach Grellingen, wo wir uns endlich mit Pizzas vollstopfen können....

Irgendwann rufen dann aber trotzdem unsere Stahlesel wieder und es geht in Richtung Nelson Pub zu Aesch... Der Gedanke, schon fast zu hause zu sein und das Ende der Strapazen im Visier, lässt viele Herzen höher schlagen und verleiht einigen auch Flügel (ganz ohne Red Bull). Dort angekommen geht es uns dann auch schon wieder viel besser und man kann die Erleichterung deutlich spüren!!!

Gegen sechs Uhr ist dann Chappis Villa angesagt, wo wir von Nadja und Natascha mit einer überdimensionalen Leucht-NWB-Fahne empfangen und einem gediegenen Nachtessen verwöhnt werden...

Mit diesem verdienten Essen (natürlich kommt auch das trinken nicht zu kurz) neigt sich dieser Bummel seinem gemütlichen Ende entgegen und so langsam begibt sich der eine oder andere Waggis auf seine letzte Etappe... Und er wird nochmals genaustens daran erinnert, dass das Sitzen auf einem Velosattel echt nicht gerade das gemütlichste ist, was es auf dieser Welt zu geniessen gibt, doch diese Erkenntnis hat er eigentlich nicht erst seit heute....

Trotz den Qualen dieses Wochenendes möchte ich mich aber bei den beiden Organisatoren und vor allem natürlich bei Nadja und Natascha, für diesen unvergesslichen Bummel bedanken...
Und einig sind wir uns alle:

Nächstes Jahr wird es sicher keine solche Tortur mehr geben!!!!!!!!

Nils